ENTSTEHUNG DES VEREINS

Als ursprüngliches Gründungsjahr der Harmoniemusik Schruns galt das Jahr 1874. Ein Foto der Kapelle aus diesem Jahr blieb ein Jahrhundert lang das älteste Vereinsdokument. Der Zählung der Vereinsjubilaen und Musikfeste lag immer dieses vermeintliche Gründungsjahr 1874 zugrunde. Als man im Jahre 1974 das Fest des „100 jährigen“ Bestehens vorbereitete, wurde jedoch ein Rechnungsbuch der „Musikgesellschaft Schruns“, datiert vom 26. September 1865, aufgefunden, womit das bis dahin angenommene Gründungsdatum um neun Jahre früher angesetzt werden musste. Diesem Rechnungsbuch ist zu entnehmen, dass die Kapelle damals neun Mitglieder zählte und unter der Leitung von Kapellmeister Karl Schallner stand.

 

FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG DER BEVÖLKERUNG

Das Dokument gibt weiters genau darüber Auskunft, wie dank großzügiger, privater Spenden und einem Selbstbehalt von 9 Gulden pro Instrument, der von den Musikanten selbst zu tragen war, folgendes Instrumentarium angeschafft werden konnte: drei Trompeten, ein Flügelhorn, ein Dreiviertel-Bombardon (Basstuba-Art), eine B-Klarinette mit A-Mittelstück und drei Althörner. Aber nicht nur für Instrumente wurde dringend Geld benötigt, sondern auch für Vereinskleidung, Lampen und Öl für die Beleuchtung des Probelokales, für das Schreiben von Noten und für den Kapellmeister (Eintragung: „Erster Lohn für die Monate Oktober bis Dezember 1865 für Musiklehrer Schallner – 18 Gulden). Die ersten Ausflüge der damaligen Kapelle beschränkten sich stark auf das Montafon. So sind z. B. Ausflüge nach Tschagguns, Vandans und St. Gallenkirch erwähnt (Eintragung: „Wein für die Männer und Hafer für die Rösser, 1 Gulden und 60 Kreuzer). 1 Gulden war damals etwa ein Tageslohn eines Arbeiters. Die Geselligkeit wurde sehr gepflegt und des Öfteren mit dem Vermerk: „Bier und Wein von edlen Spendern“ im Rechnungsbuch festgehalten.

 

VEREINSKLEIDUNG – DER ERSTE MUSIKVEREIN MIT TRACHT

Das erste Foto stammt aus dem Jahre 1874. Es zeigt 13 Musikanten, die namentlich darauf festgehalten sind. Gekleidet waren sie nach Veteranenart mit langer Hose, Weste, Rock und einem Hut mit Federbusch. Als erste Kapelle Vorarlbergs kleidete sich die Harmoniemusik Schruns bereits im Jahre 1924 in einer Tracht und zwar in der taleigenen Montafoner Tracht, die nach alten Vorbildern zum Kaiserjubiläum 1908 für eine Montafoner Abordnung angefertigt worden war. Zum ersten Mal rückte die Harmoniemusik, wie sie sich nun nannte, bei der Fronleichnamsprozession 1924 in Tracht aus und ließ sich stolz vor dem Batloggdenkmal fotografieren.

 

AUSRÜCKUNGEN

1928 war die Harmoniemusik Schruns ein wertvoller Mitgestalter bei der Markterhebungsfeier von Schruns. Auch wurden zu dieser Zeit schon Platzkonzerte, abwechselnd mit dem Männergesangsverein und dem Salonorchester, im „Musikpavillon“ am Kirchplatz gegenüber dem Hotel Taube abgehalten.

 

NEUGRÜNDUNGEN

Aus verschiedensten Gründen – Geldknappheit, Kriege usw. – kam die Vereinstätigkeit des Öfteren zum Stillstand. Neugründungen bzw. Neubeginne werden aus den Jahren 1877, 1891, 1937, 1939 und 1948 berichtet. Um die Jahrhundertwende änderte der Verein seinen Namen auf „Harmoniemusik Schruns“. Von 1942 bis 1945 trug die Musik den Namen „Standschützenkapelle“. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bezeichnung „Harmonie“ wieder eingeführt.

 

 

FUNKTIONÄRE

Während Friedolin Marchetti in seiner 25 jährigen Kapellmeistertätigkeit (1924-1948) der HM Schruns sein besonderes Gepräge gab, war es nach dem Krieg (ab 1945) Musikdirektor Erich Blaut, welcher die Kapelle sehr erfolgreich wiederaufbaute und bis 1970 leitete. Dass eine Kapelle nach den Wirren des 2. Weltkrieges überhaupt entstehen konnte, war ein Hauptverdienst des langjährigen Obmannes Franz Fiel sen. Er leitete von 1938 bis 1968, also 30 Jahre lang, als unumstrittener „Präsi“ den Verein. Diese 3 Persönlichkeiten waren in den Augen der Schrunser Bevölkerung die Musik, es war „Ihre Musikkapelle“.

 

SEIT DER GRÜNDUNG

OBMÄNNER

* Jakob Stemer 1891-1894
* Josef Durig 1894-1896
* Josef Fitsch 1896-1900
* Jakob Zudrell 1900-1907
* Josef Fitsch 1907-1910
* Ludwig Bitschnau 1910-1912
* Franz Walser bis 1926
* Wilhelm Mayer 1926-1927
* Rudolf Zuderell 1927-1928
* Heinrich Dajeng ab 1928
* Rudolf Rhomberg bis 1933
* Hubert Zudrell ab 1939
* Franz Fiel sen. 1939-1968
* Franz Fiel jun. 1968-1974
* Siegfried Juen 1974-1977
* Fritz Netzer 1977-1983
* Helmut Fiel 1983-1990
* Ernst Wagenblast 1990-1993
* Rudolf Haumer 1993-1996
* Thomas Zuderell 1996-2003
* Peter Marent 2003-2005
* Lukas Schrottenbaum 2005-2011
* Thomas Zuderell seit 2011

KAPELLMEISTER

* Karl Schallner ab 1865
* Ignaz Futscher ab 1877
* Johann Ganahl 1891-1899
* Johann Wiederin 1899-1912
* Gottfried Heinzle ab 1912
* Heinrich Beutel bis 1924
* Hasler 1924
* Fridolin Marchetti 1924-1948
* Erich Blaut 1948-1970
* Ferdinand Gabriel 1970-1974
* Kaserer 1975-1977
* Karl Pernull 1977-1986
* Manfred Netzer 1986-1994
* Patrik Haumer 1994-2001
* Martin Pernull 2001-2008
* Wolfgang Bitschnau seit 2008

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